Montag, 4. Februar 2008

Thailand, Kambodscha und zurück

Bin wieder zurück. Mein shoestring-Abenteuer ist beendet. Leider! Es war nur genial. Aber der Reihe nach...

Wie ich im letzten Beitrag erzählt habe, habe ich via trnd vom Reiseanbieter Shoestring die Möglichkeit bekommen an einer 9-tägige Gruppenreise nach Thailand und Kambodscha teilzunehmen. Meine Motivation da mitzumachen war groß genug, um alle Bedenken, die ich gegenüber einer solchen Reise hatte über Bord zu werfen. Ich wollte einfach nur reisen, weg, die Chance ergreifen, zwei mir unbekannte Länder zu bereisen.

Meine größten Bedenken galten der Tatsache, das es sich um eine Gruppenreise handelte. Am liebsten reise ich allein oder zu zweit. Je mehr Leute, desto mehr Diskussion und da halte ich es lieber so unkompliziert und flexibel wie möglich. Außerdem ist es auch eine organisierte Reise: wenn ich verreise, bestimme ich gerne selbst wann ich wo, wie lange bin. Ich lasse mich gerne mal inspirieren und schließe mich kurzfristig an. Im Grunde liebe ich aber die Freiheit zu tun und zu lassen, was ich will ohne auf eine Gruppe Rücksicht nehmen zu müssen.

Und dann kam das:
Das Abenteuer Fernreise und das Experiment Gruppenreise beginnen und Enden am Frankfurter Flughafen. Dazwischen lagen 9 Tage voller Ereignisse. Es ist beinahe unglaublich, was wir in der kurzen Zeit erlebt haben.
Bangkok, Angkor, Khao Sok und Koh Samui. Heuschrecken essen, Tuk Tuk fahren, shoppen, fotografieren, Smaragd-Buddha suchen, lecker essen, Verkehrschaos überleben, staunen, Fahrrad fahren, Kayak fahren, Longtailboat fahren, Boot fahren, fliegen, Bus fahren, laufen, Tempel besichtigen, Steine streicheln, Cocktails trinken, massieren lassen, Fußspuren suchen, im Meer schwimmen, Touristen verwünschen, sich wundern, sich freuen, sich erschrecken, Singha Bier trinken, feilschen, gefälschte Flip-Flops kaufen, in Kambodscha französisch sprechen, in Bangkok Thai radebrechen, Klischees bestätigt sehen, Vorurteile über Bord werfen, Warane in Bangkok sehen, Wasserbüffel in Siem Reap sehen, Phallus-Symbol auf Koh Samui bestaunen, Tempelausweis zücken, Stille geniessen, bei Thai-Pop einschlafen, Khao San Rd Rummel erleben, Flip-Flops tragen, barfuß im Sand laufen, nachts draußen am Pool liegen, Moskitos vertreiben, Frösche quaken lassen, Rockkonzert hören, Kambodschanische Tänzerinnen bewundern, Geburtstagstorten essen, tiefsinnige Gespräche führen, lustige Gespräche führen, Henna Tattoo machen lassen....und immer so weiter machen wollen...

So ist es. Ich hätte noch locker ein paar Tage, und von mir aus auch in diesem Tempo, dran hängen können. Ein zusätzlicher Tag in der Dschungel-Lodge im Khao Sok Nationalpark wäre gut gewesen. Wäre dies eine normale Shoestring-Reise gewesen, hätte ich, bei rechtzeitiger Vorwarnung, meinen Aufenthalt sogar verlängern können. Finde ich super. Und ich glaube ich hätte es auch gemacht. Nachdem man mit Shoestring einen Kreuz & Quer-Trip durchs Land gemacht hat, besteht die Möglichkeit auf eigene Faust und im eigenen Tempo das Land zu entdecken. Ich finde dieses Kombination genial.

Während der Reise gab es geplante Programmpunkte, die nicht zwingend waren, die aber wohl die meisten eh freiwillig mitgemacht haben: die Fahrradtour durch Bangkok, die Bootsfahrt auf dem Chiao-Lan-Stausee, Besichtung der Tempelanlagen von Angkor. Das war's auch schon. Wir hatten also genügend Freiraum unsere eigenen Nase in den Wind zu stecken und eigenen Fährten zu folgen. Ob allein, oder in kleineren Grüppchen, es liegt in der Natur des Menschen, vielleicht das ein oder andere doch gemeinsam zu erleben und an anderer Stelle ganz für sich allein auf Entdeckungstour zu gehen. Ein Travelguide stand während der ganzen Zeit in Thailand als Ansprechpartner zur Verfügung. Man konnte sicher sein, dass er irgendwo in der jeweiligen Hotel-Lobby saß und bereit war Rede und Antwort zu stehen. Da ich ja noch nie eine Pauschal- oder Gruppenreise oder ähnliches gemacht habe, weiß ich mich in der Regel ganz gut allein zu Recht zu finden. Find ich aber ganz ok, dass es einen Travelguide gibt. Allerdings wäre mir da jemand mit weniger Kommunikationsschwierigkeiten und dynamischeren Auftreten lieber gewesen.

Während der Reise wurden wir begleitet von Hans, dem Shoestring-Gründer, Tonia, einer Shoestring-Mitarbeiterin und Kristof, dem Marketingverantwortlichen für Shoestring. Entspannte Leute und ich hatte wirklich nicht den Eindruck, ich hätte an einer Lamfelldecken-Butterfahrt teilgenommen ;) Unsere Begeisterung, die den dreien so tagtäglich entgegenschwappte, wird wahrscheinlich dazu führen, dass diese Tour mit 1-2 zusätzlichen Tagen demnächst ebenfalls bei Shoestring zu buchen ist. Allen, die bei den Shoestring-Reisen eine Backpacker-Tour erwarten, sollten allerdings wissen, dass Backpacking hier lediglich organisatorische und logistische Gründe hat. Es ist einfacher ein paar Rucksäcke als ein paar Hartschalenkoffer im Minireisebus zu verstauen. Der klassische Backpacker ist Individualist und würde wahrscheinlich eh nie auf die Idee kommen, so eine Reise zu buchen. "Reise buchen" allein ist wohl schon ein Reizwort. Die Unterkünfte entsprechen ebenfalls kaum den Vorstellungen einer möglichst günstigen Bleibe. Alle Hotels und Lodges in denen wir übernachtet haben, waren eher im mittleren Preissegment angesiedelt, sauber, mit Dusche und/oder Badewanne, Balkon, günstig gelegen und mit Frühstück inklusive. Es heißt "on a shoestring" bei Shoestring. Kann ich schon aufgrund der Auswahl der Unterkünfte nicht bestätigen. Ich hätte weniger erwartet. Oder vielleicht mehr für's Geld? (wenn ich's bezahlt hätte) Im Grunde bin ich aber ganz glücklich mit der Auswahl der Hotels. Denn ganz so scharf auf die Bettnachbarschaft mit Kakerlaken und Co, wie es bei billigen Unterkünften vielleicht wahrscheinlicher ist, bin ich nicht.

Insgesamt ist die Tour genau das Richtige für Leute mit Lust auf Reise-Abenteuer mit Reißleine. Wem's dann nach mehr gelüstet, kann ja verlängern.

Ob ich bei Shoestring eine Reise buchen würde? Gut möglich, der Katalog wird hier immer mal wieder durchgeblättert. Eine Kombination aus gebuchter und verlängerter Reise würde mir am besten gefallen.
Zunächst aber, noch ganz im Reisefieber, plane ich eine Schwedenreise in diesem Sommer. Näheres dazu bald hier auf 1000 x berührt.

Was ich in Thailand und Kambodscha gesehen und erlebt habe, seht ihr in den kommenden Beiträgen.

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